Höre, Israel, der HERR ist unser Gott,
der HERR ist einer. 5. Mose 6,4
Dieses «Schma Israel!» ist das Grundbekenntnis Israels. Es ist auch das Grundbekenntnis des Messias. In unserer «Multioptionsgesellschaft» ist es ein radikales Fremdwort. Wir wollen und sollen immer möglichst viele Optionen offenhalten. Das wirkt sich auch auf unseren Glauben aus. Schon vor Jahren wurde die Frömmigkeit von Frau und Herrn Schweizer als «bricolage du croire» bezeichnet.
Eine vielfältige, aus möglichst exotischen Elementen zusammengebastelte Spiritualität ist im Trend. Wie sperrig und simpel, man muss sogar sagen «stur», wirkt da diese Betonung einer kompromisslosen Exklusivität.
Mir selbst wird gerne attestiert, ich hätte ein «vermittelndes Wesen». Deshalb liegen mir klare «Entweder-oder-Entscheidungen
» eher fern. Ich weiss überdies, dass Israel selbst dieses «Schma Israel!» im Lauf seiner Geschichte manchmal sehr exklusiv, dann wieder sehr offen und inklusiv verstanden hat. Das verlockt mich zu denken, wir sollten doch alles nicht allzu eng sehen.
Bis mich unbequem, irritierend, herausfordernd dieses strenge «Höre, Israel!» trifft und aufweckt. Es lässt mich hoffen und bitten, dass Gottes Geist mich die Momente nicht verpassen lässt, in denen das klare Bekenntnis, die eindeutige Entscheidung gefordert sind, wenn ich die Liebe nicht verraten will.
Von: Benedict Schubert