Gott spricht: Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgenes, das du nicht wusstest. Jesaja 48,6
Und «Ich sehe, dass du denkst. Ich denke, dass du fühlst. Ich
fühle, dass du willst.» Na, neugierig geworden?
Was könnte Gott meinen? Hat sie eine Überraschung parat,
etwas wirklich ganz Neues, etwas bisher im Schatten unserer
leuchtenden Sehnsucht verborgen Gebliebenes? Und so
frage ich mich: Kann man auch Sehnsucht nach etwas haben,
von dem man noch nichts weiss, von dem man sich anders
als bei einem Fernweh noch nicht mal ein sehr subjektives
Bild ausgemalt hat?
Meine Neugier hielt es nicht aus und sang mir das Lied von
der Band «Wir sind Helden» weiter vor: «Bitte gib mir nur
ein Wort, bitte, bitte, bitte nur ein Wort.»
Und so habe ich Jesaja aufgeschlagen und gelesen, was vor
dem Vers steht, was nach dem Vers steht. Und da steht viel,
nur bis zur Auflösung bin ich nicht gekommen. Die kam
nicht. Doch die pulshochfahrenden Ankündigungen hörten
gar nicht auf. Und plötzlich macht sich das Suchen nach dem
Verborgenen in meinem Leben und in meiner Umwelt gross
und fragt mich: Was könnte dieses Wort für mich bedeuten?
Also nicht im Kleinen mit der Zeitung von morgen oder
der Ankündigung einer meiner Schwestern, sie sei wieder
schwanger, sondern im Grossen, im weltverändernden
Sinn.
Und meine Sinne weiten sich, ich strecke die Gedanken
und Gefühle so weit aus, wie ich kann, und spüre ganz entfernt
…
Von: Jan Simowitsch