Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen! Psalm 71,23

Tauschten wir uns nicht kürzlich über die Schwere und die
Fröhlichkeit aus? Du erzähltest mir, dass du die Fröhlichkeit
von Ostern das ganze Jahr spürst. Und ich meinte, dass ich
gerne etwas länger in der karfreitäglichen Finsternis bleibe.
In die Dunkelheit fällt Licht. Fröhlichkeit und Lobgesang
erfahre ich als Geschenk. Deswegen hadere ich mit der heutigen
Losung. Wenn von mir erwartet wird, dass ich fröhlich
bin und lobsinge, weil ich gute Erfahrungen im Glauben
gemacht habe, ist das, wie wenn jemand zu mir sagt: Entspann
dich! Oder: Schlaf ein! Auf Befehl kann ich mich weder
entspannen noch einschlafen, weder fröhlich sein noch Gott
lobsingen.


Die Psalmen erinnern mich. «Komm auf andere Gedanken!»
Ich sollte meine Seele vielleicht doch mal wieder auffordern,
Gott zu loben. «Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss
nicht, was er dir Gutes getan hat.» Grund genug habe ich
ja. Blöderweise vergesse ich das manchmal. Da drängt sich
dann schnell das Karfreitägliche in den Vordergrund. Und
es liegt an mir, wem ich den Vorrang gebe, worauf ich mich
konzentriere. Ich erinnere mich an unser Gespräch. Da waren
wir unterwegs. Auf dem Weg in die Freiheit. Manchmal über
steinige Pfade. Halleluja!

Von: Chatrina Gaudenz und Lars Syring