Jesus kam, obwohl die Türen verschlossen waren, und er trat in ihre Mitte und sprach: Friede sei mit euch! Johannes 20,26
Die heutige Losung ist der Geschichte über den ungläubigen Thomas entnommen. Er war an Ostern nicht dabei, und erst acht Tage später erzählten ihm die anderen Jünger von der Auferstehung. Er will das nicht glauben und begehrt, die Wundmale zu sehen. Da kommt Jesus durch die verschlossenen Türen, man kann auch sagen durch die verschlossene Tür von Thomas’ Unglauben, der Beweise, Fakten braucht.
Wir lernen, dass Jesus auch die Zweifler annimmt; er sagt zu ihm: «Du glaubst, weil du mich gesehen hast.» Selig indes sind die, «die nicht mehr sehen und glauben».
Mit dem Glauben ist es so eine Sache: Menschen wollen Beweise, und wenn es keine gibt, verwerfen sie Gott.
Wir müssen uns jedoch immer daran erinnern, dass Glaube Gnade ist, Glaube ist ein Geschenk, das uns frei und ohne Bedingung gegeben wird. Wir können auch sagen: uns geschieht.
Daneben können wir jedoch christliche Werte leben, uns für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, Barmherzigkeit und Zuwendung üben, nicht lügen, nicht nachtragend sein …
Das können wir aufgrund von Einsicht, Willen und Disziplin anstreben und ausüben. Das ist die aktive Seite christlichen Lebens. Glaube geschieht, er kommt ohne Bedingung von dem Gott, der uns sucht.
Von: Kathrin Asper