Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes. 5. Mose 4,2

Ich knüpfe an meine gestrige Auslegung an. Mose rang mit Gott um dessen angemessenes Verhalten. Der heutige Text verweist uns ergänzend darauf, dass es letztlich allein darum geht, was Gott gebietet: um den einmal gelegten Grund. Mose hat sich um die Auslegung des göttlichen Willens gestritten, letztlich aber gilt es zu tun, was Gott beschlossen hat. Gott ist und bleibt der zentrale Akteur, man mag auch sagen Anker, für unser ethisches Handeln. Es gibt kein Herumwerkeln an Gottes Friedens- und Gerechtigkeitswillen für die Armen, Witwen, Waisen und sonstig Ausgegrenzten. Kein Iota soll dem Gesetz hinzugefügt werden, auch wenn die politische Situation es noch so sehr zu fordern scheint. Eure Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein, formuliert Jesus die geforderte Eindeutigkeit, gegenüber dem Gebot der Tora (Matthäus 5,37).
Gerne fügen wir in guter Absicht und mit klugen Worten den Geboten der Tora und der Bergpredigt uns passende Deutungen hinzu. Schaffen neue Interpretationen biblischer Ethik, die besser in den allgemeinen politischen Diskurs passen. Die heutige Losung verlangt Eindeutigkeit. Das ist oftmals schmerzlich, weil sie sich gegen Mehrheiten stellen muss. Schon damals am Horeb und später war diese Eindeutigkeit gefordert und offensichtlich nicht gegeben. Sonst hätte es diese Sätze Jahwes nicht gebraucht.

Von: Gert Rüppell