Der HERR wird seinen Engel vor dir her senden. 1. Mose 24,7

Die Aufgabe, mit der Abraham seinen ältesten Knecht ausschickt – die Tradition vermutet, es sei der in 1. Mose 15,2 genannte Eliëser von Damaskus –, ist im Grunde nicht zu bewältigen: Eliëser soll für Abrahams und Saras einzigen Sohn und Träger der Verheissung eine Frau suchen. Abraham ist zwar schon sehr gebrechlich, doch nicht so schwach, dass er nicht eine detaillierte Liste der Eigenschaften aufzählen könnte, die diese Frau haben müsse oder vor allem nicht haben dürfe.
Uns Heutigen kommt diese Aufgabe sehr fremd vor. Doch lesen wir sie als Modell für die Art von Aufträgen, die uns übertragen werden, jedoch so komplex und schwierig sind, dass jeder vernünftige Mensch davor zurückschrecken muss.
Eliëser macht sich auf den Weg, denn er hat nicht nur die konkreten Anweisungen, sondern auch die Zusage, dass der Ewige selbst seinen Engel vor ihm her senden werde.
Das rückt alles in eine anderes Licht, denn mit diesem Versprechen werden wir entlastet. Uns wird zugesagt: Das Unmögliche wird möglich, weil Gott handelt. Gott öffnet im richtigen Moment die richtige Tür. Gott schenkt dir die sichere Intuition dafür, was jetzt ansteht. Gott schickt dir einen Menschen über den Weg, der genau das sagt oder tut, was dir in dem Moment weiterhilft. Gott lässt dich auf die Idee kommen, die den Knoten löst. Engel gehen vor dir her und bahnen dir den Weg.

Von: Benedict Schubert