Siehe, ich will meinen Engel senden,
der vor mir her den Weg bereiten soll.
Maleachi 3,1

Die Zürcher Bibel übersetzt die Losung so: «Seht, ich sende meinen Boten, und er wird den Weg freiräumen vor mir.» Den Weg freiräumen von Steinen, von Angst und Sorge. Und der Weg soll in den Tempel führen. Und, so meine Überzeugung, führt der Weg auch wieder aus dem Tempel hinaus in den Alltag der Menschen. Gott ist mit den Menschen auf ihrem Weg, sie sind nicht allein, wir sind nicht allein. Er schickt den Boten, um unseren Blick auf ihn zu lenken, denn Gott will bei den Menschen sein. Die Steine bleiben auf dem Weg, aber sie sind überwindbar, so die Hoffnung. Wege können lang sein, sie brauchen Kraft und Atem, brauchen Ausdauer. Die Boten, die Gott schickt, sind unsichtbar und doch da. Sie begegnen uns in den Menschen, die mit uns gehen. Sie begegnen uns, wenn wir unser Vertrauen in das Leben stärken können. Sie begegnen uns in den Blumen am Wegrand oder in der Sonne, die uns wärmt. Es ist nicht einfach, die Boten wahrzunehmen. Und es ist nicht einfach, auf dem steinigen Weg das Vertrauen zu stärken. Da hilft es, wenn wir den Weg trotzdem gehen und nicht lange stille stehen. Gott ist da und räumt den Weg frei, darauf können und sollen wir hoffen.

Danke, dass du mit uns auf dem Weg bist.

Von: Hans Strub