Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so lebt nun auch in ihm: verwurzelt in ihm und aufgebaut auf diesem Fundament, gefestigt im Glauben, so wie ihr unterrichtet worden seid. Kolosser 2,6–7
Aus dem Glauben leben, verwurzelt, gefestigt und aufgebaut in und auf ihm. So sollte es sein, ist es aber nicht immer.
Wohl sind wir unterrichtet worden, auch wurden uns christliche Werte vorgelebt. Doch wir stehen weder auf diesem Fundament, noch sind wir verwurzelt in ihm.
Uns gebricht es an der Glaubensgewissheit. Und – ehrlich gesagt –, bin ich manchmal ganz froh, dass ich sie nicht habe. Denn möchte ich ein allzeit fröhlicher Christenmensch im evangelikalen Sinne sein? Nein, wirklich, das möchte ich nicht.
So habe ich meine Zweifel, meine Ungewissheit, meine Gottferne und muss mit ihnen leben, bis wieder Zuversicht und Vertrauen in mein Herz fliessen und ich mich aufgehoben und gegründet fühlen darf.
Es ist indes alleweil gut zu wissen, wie es sein sollte und wie Paulus es meinte. Allerdings ist es auch wieder gut, sich bewusst zu sein, dass wir das nicht immer können, es uns nicht immer gegeben ist. Die Mitte zwischen Glaubensgewissheit und Glaubensungewissheit zu finden und zu halten, ist unsere menschliche Realität und Aufgabe. Das genügt. – Was meinen Sie?
Von: Kathrin Asper