Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten
und viele Worte, da fürchte Gott!
Prediger 5,6

Das klingt ein bisschen wie eine Warnung bei Arzneimitteln: «Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.» Was ist da so riskant? Vers 2 gibt Aufschluss: «Denn wer viel Mühe hat, fängt an zu träumen, und wer viel spricht, fängt an, töricht zu reden.» Der Prediger strebt nach dem guten Leben. Er sieht und prüft und verwirft und geht weiter. Wie ein Refrain empfiehlt er auf seinem Weg immer wieder: «Fürchte Gott!» Bei allem, was uns gut erscheint, ist das der Prüfstein, an dem sich unsere Erkenntnis bewähren muss. Auch wenn er das Träumen nicht mag: Ich träume gelegentlich ganz gerne. Du auch?


Von welcher Art Träumen spricht der Prediger hier? Meint er solche, die mich wegführen von meinem Menschsein vor Gott? Der Mensch steht in seinen Schriften ja im Mittelpunkt. Dabei verschont der Prediger uns nicht. Immer wieder weist er auf die Grenzen unserer Fähigkeiten hin. Trotzdem vertraut er darauf, dass Gott alles so erschaffen hat, dass es schön ist zu seiner Zeit. Essen und Trinken und der Genuss des Guten zum Beispiel, darüber kann ich mich freuen und dankbar sein, so lange ich bin. Ich brauche mich nicht wegzuträumen, Kleinigkeiten aufzubauschen oder zu viele Worte zu verlieren.

Von: Lars Syring / Chatrina Gaudenz