Der HERR ist deine Zuversicht. Psalm 91,9

Der ganze Psalm ist ein Text über den Schutz, den der Glaube verleiht. Einerseits wird Gott besungen als ganz konkreter Zufluchtsort, als Burg, als Schutzmauer, als Refugium im Gebirge. Und andererseits als ein Denken und Fühlen, das Sicherheit und Ruhe gibt, hier als «Zuversicht». Dieses alte und auch schon altdeutsche Wort ist noch zielgerichteter als das umfassendere, aber diffusere Wort «Hoffnung». Es bezieht sich auf etwas, das unmittelbar in der Nähe ist. Etwas, worauf ich bauen und mit Gewissheit davon ausgehen kann, dass es da ist oder gleich kommt.
Etwas, das ich gewissermassen schon zu «sehen» vermag, dessen Nähe ich deutlich fühle. Gott ist es, dem ich mich nahe fühlen kann. Und der mir Schutz und Sicherheit gibt vor allem, was mich bedrängt. Und vor allen, die mir zu nahe kommen oder die etwas von mir wollen. Dieser Zuversicht kann ich mich ergeben, in sie kann ich mich fallen lassen und weiss mich aufgehoben, geborgen, eben: geschützt. Der Psalm wird an dieser Stelle noch direkter: «Den Höchsten hast du zu deinem Hort gemacht, dir wird kein Unheil begegnen … denn er wird seinen Boten gebieten, dich zu behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stosse.» (Verse 9–12)
Wer auf Gott vertraut («Zuversicht» wird auf Englisch wie Französisch übersetzt mit «confidence/confiance»), ist stark beschützt!

Von: Hans Strub