Der Engel des HERRN lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Psalm 34,8

Der «Engel des Ewigen» tritt auf in zentralen Geschichten der Bibel, unter anderem bei Hagars Flucht (Genesis 16), Abrahams Opfer (Genesis 22), dem brennenden Dornbusch (Exodus 3). Immer ist seine Identität schillernd: Ist der Engel ein vom Ewigen unterschiedener Gesandter? Oder ist es der Ewige selbst, der da erscheint? Vielleicht sind der «Ewige» und der «Engel des Ewigen» zwei Seiten desselben: Gottes Ferne und Nähe, die Transzendenz und Immanenz der Gottheit. Der Engel symbolisiert Gottes Zuneigung, der Ewige die göttliche Souveränität und Unverfügbarkeit.
In der heutigen Losung manifestiert sich der Ewige als Anführer eines himmlischen Heers, das sich um mich herum «lagert», mich bewahrt, behütet, beschützt; das entsprechende Partizip im hebräischen Urtext meint, übrigens, einen Zustand: Bei Tag und bei Nacht bin ich umgeben von guten Mächten.
Die Aussage gilt für jene, die ihn – den Ewigen – «fürchten», ihn mehr als alles andere in Respekt halten, mehr als alle irdische Ehre und Macht, als Karriere, Reichtum, Erfolg. Die «Gottesfurcht» führt – das ist die Verheissung der heutigen Losung – zu innerer Furchtlosigkeit und Freiheit: Da ist dieses himmlische Heer, das um mich herum «lagert»; da ist dieser Engel, der mir «heraushilft» aus all dem, was meine kleine Seele beengt.

Von: Andreas Fischer