Jesus sprach: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Johannes 14,23

Jesus, der Christus, erklärt sich den Seinen: Wer er ist; wohin er geht; was sein Auftrag, seine Bestimmung ist. Er will sie vorbereiten auf die Zeit, wenn er nicht mehr leibhaftig unter ihnen ist. Er will ihnen Mut machen, sie bestärken in ihrem Selbstvertrauen und ihrer Eigenständigkeit. Aber die Jüngerinnen und Jünger verstehen nicht. «Rabbi, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir da den Weg kennen?» (Vers 5). «Und wie kommt es, dass du dich uns und nicht der Welt offenbaren willst?» (Vers 22)
Mir sind die Jüngerinnen und Jünger sympathisch in ihrer Begriffsstutzigkeit, mit ihren Zweifeln und Fragen, ihrer Verzagtheit. Wer kann wirklich verstehen, was gerade geschieht?
Jesu Antwort verweist sie (und uns) auf das Leben im Hier und Jetzt. Ihm nachfolgen heisst: lieben und Wort halten, seine Worte bewahren und tun; sie unter die Leute bringen als Liebes- und Lebenspraxis: sehen, was andere brauchen, nicht wegschauen; aufmerksam sein füreinander und miteinander; zuvorkommend und rücksichtsvoll einander begegnen…
Es gibt viele Weisen zu lieben, nicht als Gefühl, sondern als soziale und spirituelle Praxis.
Gottes Geistkraft, die unter uns lebendig und wirksam ist, stärke uns Mut, Kraft und Phantasie dazu. (s. Vers 26).

Von: Annegret Brauch