HERR, es ist dir nicht schwer, dem Schwachen
gegen den Starken zu helfen.
2. Chronik 14,10

Asa, König in Juda, ruft angesichts der überlegenen Heeresmacht der Kuschiten (aus dem Gebiet des heutigen südlichen Ägypten) Gott um Hilfe an: «HERR, ausser dir ist keiner, der helfen kann im Kampf zwischen einem Starken und einem Kraftlosen (so texttreuer die Zürcher Bibel). Hilf uns, HERR, unser Gott, denn auf dich stützen wir uns …»
… und kaum vorstellbar: Das Heer aus Kusch unterliegt.
Überall in der Bibel finden sich Erzählungen, in denen die vermeintlich Starken und Mächtigen unterliegen: der Riese Goliath dem Hirtenjungen David; das grosse Kusch dem kleinen Juda; der einflussreiche Richter gegenüber der armen Witwe (Lukas 18,1 ff.).
Für mich sind das Hoffnungserzählungen. Sie zeigen Möglichkeiten gegen das vermeintlich Erwartbare, gegen den Augenschein, gegen Passivität und Gleichgültigkeit. Gerade in diesen Tagen, wo die Lauten, Machtgierigen, Skrupellosen sich und ihre Interessen rücksichtslos durchsetzen, brauche ich sie dringend. Denn es ist auch «die Trägheit der Herzen, die Feigheit bei den kleinen Entscheidungen im Alltag» (Uwe Timm), die den Mächtigen erlaubt, mächtiger zu werden.
Deshalb erinnere ich mich jeden Tag:
«Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.»
(2. Timotheus 1,7)

Von: Annegret Brauch