Die Kraft des Herrn war in Jesus, dass er heilen konnte.
Lukas 5,17

Was für ein schöner, schlichter Satz! Er lässt ahnen, aus welcher
Quelle Jesus gelebt und gehandelt hat. Die Kunde vom
wunderheilenden Rabbi verbreitet sich in Windeseile. Er
ist ein Hoffnungsschimmer für ein Heer von Kranken, Blinden,
Gebrechlichen, Verkrüppelten in einer Zeit, in der es
kaum wirksame Mittel dagegen gibt, schon gar nicht für die
Armen. Sie kommen, weil sie krank sind. Aber sie bekommen
weit mehr als die Wiederherstellung der Gesundheit. Die
«Kraft des Herrn» weckt in ihnen Glauben, Freude, Frieden,
Gotteslob und Gottvertrauen.
Zwei Beispiele unmittelbar vor und nach dem Losungstext:
Der Aussätzige, der sich ja den Menschen gar nicht nähern
darf, mutet sich Jesus zu: «Herr, wenn du willst, kannst du
mich gesund machen.» «Ich will es, sei rein», sagt Jesus. – Die
Männer, die ihren gelähmten Freund durchs Dach hinunter
direkt vor Jesus hinlegen: Er staunt über ihren Glauben! Dem
Gelähmten spricht er Vergebung der Sünden zu, warum,
weiss wohl nur dieser selbst. Die anwesenden Pharisäer aber
sind empört. Sie können und wollen «die Kraft des Herrn,
die in Jesus war» nicht gelten lassen. Dass der Gelähmte
gesund wird, ist dann aber nicht zu widerlegen: «Steh auf»,
sagt Jesus, «nimm dein Bett und geh nach Hause!» Und der
steht auf, nimmt sein Lager und geht. Er hat verstanden, aus
welcher Kraft die Heilung kommt: Er preist Gott. Ich denke,
er hat auf dem Heimweg gesungen.

Von: Dorothee Degen-Zimmermann