Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN;
ich preise deine Gerechtigkeit allein. Psalm 71,16
In der christlichen Kirche beten wir die Psalmen der hebräischen
Bibel und der jüdischen Tradition mit. Ich stelle mir
vor, wie sich die christlichen Gemeinden in Gaza in schweren
Zeiten des Ausharrens, in der Sorge um die Allerschwächsten
der Gesellschaft und in grauenvollen Momenten der Vertreibung
in den Worten des Psalms 71 wiederfinden.
«Gott, ich traue auf dich, lass mich nimmermehr zuschanden
werden. Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf
mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir! Sei mir ein
starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, der du zugesagt
hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.
Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der
Hand des Ungerechten und Tyrannen. (…) Du lässest mich
erfahren viel Angst und Not und machst mich wieder lebendig
und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde.»
Als würde er auf Psalm 71 Bezug nehmen, sagt der
römisch-katholische Pater Gabriel Romanelli in Gaza: «Wir
werden hier mit grosser Einfachheit und Demut weitermachen.
Es ist nicht leicht, aber wir sind in Gottes Händen und
vertrauen darauf, dass all dies eines Tages mit der Hilfe vieler
guter Menschen auf der Welt ein Ende haben wird.»
Von: Matthias Hui