Meine Hand hat alles gemacht, was da ist,
spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden
und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und
der erzittert vor meinem Wort. Jesaja 66,2

Der Anfang des 66. Kapitels des Jesajabuchs spannt den
Bogen von Gottes unermesslicher Grösse hin zu seiner achtsamen
Zuwendung zu den Geringen: Da ist einerseits dieser
gewaltige Thron Gottes – die Erde ist kaum mehr als der
Schemel (Vers 1)! Andererseits sind da die schwächsten Mitglieder
der Gattung Mensch: die Elenden, die zerbrochenen
Geistes sind und die, die vor seinem Wort erzittern. Niemand
ist zu klein, um von Gott gesehen zu werden.
Mich bewegen heute besonders die Zerbrochenen: Ich
denke an die Depressiven und Suizidgefährdeten. Ich denke
an die Freundin, die gerade eine tödliche Krebsdiagnose
erhalten hat. Ich denke an den Mann mit geistiger Behinderung,
der sich vor einer kleinen OP gewaltig ängstigt. Ich
denke an die Frauen, Kinder und auch Männer, deren Geist
durch unterschiedliche Formen von Gewalt gebrochen wird.
Die Liste in meinem Kopf ist lang …
Hilft es diesen Menschen, dass Gott sie sieht? Spüren sie
seine Nähe, seine Freundlichkeit, seine Menschenliebe?
Ich bete mit Psalm 92,11: Gott, schicke doch deine Engel,
dass sie sie behüten auf ihren so unterschiedlichen Wegen!

Von: Barbara Heyse-Schaefer