Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht. 1. Petrus 2,9

Angesprochen sind hier zuerst Gemeinden in Kleinasien; Menschen, die Christus nachfolgen, sich haben taufen lassen –
und die deshalb bedrängt und verfolgt werden. Ein riesiger Kontrast zu ihrer Alltagserfahrung! Aber der 1. Petrusbrief ist nichts für Sarkasmen oder Zyniker. Die Verfasser wissen um die Not und das Leiden der Geschwister im Glauben. Und sie tragen mit, stärken und unterstützen die Bedrängten, indem sie sie geistlich-seelisch aufrichten: «Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk …».
Das heisst nicht einfach: «Kopf hoch! Wird schon …» Die Bedrängten werden als die angeredet, die sie sind: Gottes Kinder, auserwählt, königlich, in Gottes Licht gestellt, zu Christus gehörend. Diese Realität hat eine Kraft, die auch in der Schwachheit mächtig ist (vgl. 2. Korinther 12,9). Sie widersteht dem Bösen, sie befähigt zur Verantwortung und zur Bereitschaft, Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, die unser Leben trägt und ausrichtet (Vers 3,15).
Ich denke an die Kontraste unserer Zeit und versuche, die Anrede auf mich zu beziehen: Gotteskind, auserwählt, königlich, in Gottes Licht gestellt, zu Christus gehörend – fühlt sich gut an! Ich lächle und stehe aufrecht.

Von: Annegret Brauch