HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend
und den Jammer; es steht in deinen Händen. Psalm 10,14
Vielleicht haben Sie das schon erlebt: Eine Nachbarin, ein
Kollege, ein Verwandter kann Sie nicht leiden. Was immer
Sie machen, er oder sie findet einen Fehler, unterstellt Ihnen
unrichtiges Handeln. Sie sind sich keiner bösen Absicht
bewusst. Aber was immer Sie tun, Sie fürchten sich schon
vor seiner oder ihrer Reaktion. Sie sind verunsichert. Schliesslich
passieren Ihnen tatsächlich Fehler …
Der Beter/die Beterin des 10. Psalms scheint so jemanden
zu kennen. Eine Person, die ihm oder ihr nachstellt, wie ein
Löwe auflauert und schlecht über ihn oder sie spricht.
Wie sich wehren? Wie sich rechtfertigen? Wem kann ich
davon erzählen? Wie komme ich aus dem Teufelskreis heraus,
der mich zur Revanche verführen will? Tausend Gedanken
in meinem Kopf!
Der Beter/die Beterin des Psalms verlässt sich auf Gott: Du
siehst es ja! Du siehst das ganze Schlamassel, diese unangenehme
Situation, in der ich mich befinde.
Welchen besseren Ort könnte es geben als deine Hände,
Gott? Hier ist all die Ungerechtigkeit, die ich erfahre, aufgeschrieben
und festgehalten. Ich kann sie dort lassen!
Von: Barbara Heyse-Schaefer