Schlagwort: Monika Britt

28. September

Maria behielt alle diese Worte und bewegte sie
in ihrem Herzen.
Lukas 2,19

Hirten verkünden die Worte, die der Engel zu ihnen ge-
sprochen hat: Fürchtet euch nicht! Euch wurde heute der Retter geboren, der Gesalbte, der Herr, in der Stadt Davids. Maria hört gut zu und die Worte berühren ihr Herz. Sie beschäftigt sich mit ihnen und erwägt ihre Bedeutung. Weil sie die Worte in ihr Herz aufnimmt, behält sie sie im Gedächtnis. Maria ist emotional betroffen und umhüllt die Worte mit ihrer Liebe.
Die junge Mutter ist erschöpft von der Geburt ihres Sohnes, aber sie ist glücklich. So vieles hätte schiefgehen können. Nun ist sie dankbar für das gesunde Kind. Schön, dass sich mit ihr zusammen auch andere freuen. Hirten sprechen ihr Mut zu. Sie wissen bereits, dass es sich hier um ein besonderes Kind handelt.
Maria staunt; sie ahnt, dass ihr Leben als Mutter dieses besonderen Kindes nicht einfach wird. Dieser Moment, diese Worte geben ihr Kraft. Sie wird nicht vergessen, dass andere Menschen Anteil nehmen an ihrer Freude, an ihrer Dankbarkeit und an ihrem Stolz. Sie braucht den ermutigenden Klang dieser Worte jetzt und in Zukunft.
In ihrem Leben muss Maria zahlreiche Verletzungen hinnehmen und sie muss zusehen, wie ihr Sohn hingerichtet wird. Sie erträgt diesen unglaublichen Schmerz. Die Worte in ihrem Herzen stärken sie: Fürchte dich nicht, Maria!

Von: Monika Britt

28. Juli

Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht;
was können mir Menschen tun?
Psalm 118,6

Aus diesem Vers spricht grosses Vertrauen, aber auch bittere
Enttäuschung. Zum Zusammenleben mit anderen Menschen
gehören Konflikte. Als Individuen sind wir meistens
überzeugt von unserer Meinung, betrachten unser persönliches
Anliegen als überaus wichtig und setzen unsere eigenen
Verletzungen und Entbehrungen in den Vordergrund. So
sind wir oft blind für die Anliegen und Verletzungen unserer
Mitmenschen. Gegenseitige Verletzungen sind die Folge.
Der/die in die Enge Getriebene hat durch das Schreien zu
Gott den weiten Raum erfahren (Vers 5). Also Erleichterung
und die Erkenntnis, dass Gott verlässlich ist. Ist Gott bei
mir, muss ich keine Angst haben vor den Reaktionen meiner
Mitmenschen. Sie treffen mich nicht. Selbstbezogenheit
und wechselhafte Launen lassen Konflikte entstehen und
vergehen. Wir wissen nie so recht, wann, wo und warum es
zu Streit kommt. Wir können uns also auch nicht zu 100 Prozent
auf einen Menschen verlassen.
Im stillen Gebet kommen wir in Kontakt mit unserem
inneren Kern und finden so heraus, was wir wirklich brauchen.
Das Zwiegespräch mit Gott hilft uns, Antworten zu
finden. Wenn ich mit dem Kern meiner selbst verbunden
bin, bin ich auch mit Gott verbunden. Dann kann mich kein
Mensch enttäuschen, sondern ich werde aus der Enge in die
Weite geführt. So werde ich offen für die Anliegen anderer.

Von: Monika Britt

28. Mai

Philippus lief hin und hörte, wie der Mann laut aus dem
Buch des Propheten Jesaja las. Er fragte ihn: «Verstehst
du denn, was du da liest?» Der Äthiopier sagte: «Wie
kann ich es verstehen, wenn mir niemand hilft!» Und er
forderte Philippus auf, zu ihm in den Wagen zu steigen.

Apostelgeschichte 8,30–31

Setz dich zu mir und erkläre mir, so die Aufforderung des
Äthiopiers. Wie schön, wenn jemand hört, dass ich Hilfe
brauche. Wie schön, wenn mir jemand zuhört, sich neben
mich setzt und sich Zeit nimmt, mir zu helfen, wo ich nicht
weiterkomme. Philippus hat Augen und Ohren offengehalten
und erkannt, dass jemand Hilfe braucht.
In der Bibel finden wir verschiedene Texte, die zum Hören
auffordern. Und viele Gebete beginnen mit der Bitte, dass
Gott höre (Psalm 17,6). Den Menschen öffnet Gott selbst das
Ohr (Jesaja 50,5). Ein bekannter Kanon weist darauf hin, dass
hören schweigen bedingt. Schweige und höre, neige deines
Herzens Ohr, suche den Frieden.
Hören, vor allem das Hören mit dem Herzen, das auch in
der Stille hört, ist für unser Leben zentral. Damit dies möglich
wird, müssen wir von der eigenen Selbstbezogenheit
Abstand nehmen und uns aufmerksam dem zuwenden, was
uns begegnet. So hört das Ohr des Herzens, was mich im
Alltag umgibt und was an mich herangetragen wird.
Hört, dann werdet ihr leben, sagt Gott zu Jesaja (Jesaja 55,3).

Von: Monika Britt

28. März

Jesus ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!
Lukas 22,39–40

Betet! Können wir auf Befehl beten? Muss ein Gebet nicht aus mir selbst kommen, nach meinem Bedürfnis? Jesus fügt an, damit ihr nicht in Anfechtung oder in Versuchung fallt. Er selbst hat damals etwas abseits gebetet und er ist gestärkt aus dem Gebet hervorgegangen. Er hat der Versuchung zu flüchten standgehalten. Die Jünger sind eingeschlafen. Jesus fordert sie noch einmal auf und verweist auf die Zukunft. Er möchte, dass sie Verantwortung übernehmen für sich selbst. Dass sie Schwierigkeiten nicht einfach aus dem Weg gehen, sondern sich einsetzen für sich selbst und für ihre Werte. Das Leben zeigt uns, dass es nicht einfach ist, Versuchungen standzuhalten. Wir können nach einem Streit versucht sein wegzulaufen, obwohl wir uns eigentlich Versöhnung wünschen.

Im Gebet nehmen wir uns ein paar Minuten Zeit, um zu uns selbst zu kommen. Beten ist nicht dasselbe wie wünschen. Mein Wunsch, gesund zu werden, wird durch das Gebet nicht zwingend erfüllt. Aber das Gebet stärkt mich und ich kann so den Prüfungen des Lebens begegnen und Versuchungen standhalten, weil ich bei mir bleibe. 

Jesu Aufforderung hilft, mir dessen bewusst zu werden. Sie erinnert mich daran, dass ich jederzeit und überall beten kann und dass ich damit jederzeit anfangen kann.

Von: Monika Britt

28. Januar

Und ich hörte eine grosse Stimme vom Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr
Gott sein.
Offenbarung 21,3

Die Hütte oder das Zelt Gottes steht unter den Menschen. Gott ist also mitten unter uns. Wenn Gott in einer Hütte oder in einem Zelt wohnt, dringen seine Geräusche nach aussen. Wenn wir gut lauschen, können wir sie hören.
Johannes, der Autor dieses Textes, hört eine grosse Stimme vom Thron her. Eine Stimme, die auch wir hören können; sie weist in die Zukunft. «Gott wird bei den Menschen wohnen. Dieser Gott wird ihr Gott sein.»
Im nächsten Vers steht, Gott werde ihre Tränen abwischen. Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden sein. Johannes hat diese Vision in einer verzweifelten Situation. Wie gut, dass es solche Visionen gibt. Sie verwandeln Resignation in Hoffnung, passives Erdulden in aktives Eingreifen. Die grosse Stimme sagt: Schau! Öffne dich und schau oder lausche auf das, was neben dir ist! Vielleicht hörst du den Atem Gottes. Vielleicht hörst du ein Schluchzen oder ein leises Rufen nach Mitgefühl. Wenn Gott mitten unter uns wohnt, dann werden wir dieses Schluchzen, dieses Rufen nicht mehr überhören. Wenn Gott unter uns wohnt, sind wir umhüllt von seinem Atem. Dann lauschen wir nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen. Wir lauschen auf jene, die unter uns wohnen.

Von: Monika Britt