Autor: Madeleine Strub-Jaccoud

4. Januar

In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Psalm 31,6

Da ist jemand in grosser Not, krank, schwach und ruft zu Gott, der Lebendigen. Der Glaube hat ihn nicht verlassen. Mehr noch, er stärkt ihn. Wenn ich den ganzen Psalm lese, spüre ich den starken Glauben und gleichzeitig die grosse Schwäche, die Not der Krankheit oder auch des Alters. Die Not der Krankheit kann ich nicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Das Alter ist für mich keine Belastung, oder nur selten. Aber ich kann mit dem Blick auf unsere Welt die Verunsicherung, die Angst, die Orientierungslosigkeit nachvollziehen. Der Psalmsänger klagt zwar, aber er verzweifelt nicht. Denn er vertraut Gott, der Lebendigen, und weiss, dass sie die Menschen immer wieder erlöst. Darum kann er sich ganz Gott, der Lebendigen, anvertrauen und sein ganzes Sein in ihre Hände legen. Ein paar Verse weiter sagt er, Gott stelle seine Füsse auf weiten Raum.
Das ist es, worauf ich vertraue: ein weiter Raum, in dem Gutes, Gerechtes, Friede möglich ist. Die Durststrecken sind schwierig für mich. Und so kann ich einfach nur mit dem Psalmsänger darum bitten, dass mir immer wieder neu Vertrauen geschenkt wird. Dazu gehört auch die Bitte um Vergebung. Diese wird im Psalm deutlich ausgesprochen.
Du treuer Gott, schenke uns Kraft und Vertrauen, denn in deinen Händen sind wir geborgen.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

3. Januar

Sollte Gott etwas sagen und nicht tun?
Sollte er etwas reden und nicht halten?
4. Mose 23,19

Bileam, der Seher, bringt Gottes Segensspruch zum Volk Israel. Und er sagt zu Barak die Worte der heutigen Losung. Doch vor dem Segensspruch hat er das Volk verflucht. Gerne würde ich einer vertrauenswürdigen Seherin begegnen. Bin ich auf mich selbst gestellt, um das Vertrauen in Gottes Handeln zu nähren? Bringe ich die Kraft auf, immer wieder neu daran zu glauben, dass in unserer Welt Gottes Segen wirksam ist? Gerade in unserer Welt, in der alles drunter und drüber geht, in der unser Vertrauen und Hoffen nottut, gerade da weiss ich mich verbunden mit all den Menschen rund um die eine bewohnte Erde, die dasselbe hoffen, die aus dem gleichen Vertrauen Kraft schöpfen. Die weltweite Kirche, so unsichtbar und unhörbar sie oft ist, sie ist es, die mich ermutigt. Aber sicher ist auch, dass ich mich frage, ob denn die Stimme Gottes, der Lebendigen, Gehör findet in all der Not, verursacht durch Kriege, Ungerechtigkeit und Abgrenzung. Die Lebendige sagt zu uns, dass wir festhalten sollen an unserem Glauben daran, dass Friede möglich ist. Sie sagt uns, dass wir unser Verhalten zugunsten des Klimas in den Griff bekommen sollen, sie sagt uns, dass wir ein offenes Herz und offene Ohren habe sollen für Menschen, die leiden. Das Wichtigste ist aber, dass wir immer wieder neu die Gewissheit stärken, dass Gott da ist und tut, was er uns sagt.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

22. Dezember

Du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott,
meine Hoffnung von meiner Jugend an.
Psalm 71,5

Ein alter Mensch bekräftigt seinen Glauben. Zuversicht und
Hoffnung sind die zentralen Begriffe. Aber der Psalm spricht
auch von Angst, von Schmach, von Abgründen. Dem gegenüber
denke ich an einen Menschen, der mir mein Leben lang
nahe war und ist, der dement in seinem Fauteuil sitzt und
sagt, es gehe ihm gut. Natürlich weiss ich nicht, wie es in seiner
Seele aussieht, denn er kann sich nicht mehr ausdrücken.
Zuversicht und Hoffnung – was bedeuten sie mir im Alter?
Was trage ich in meiner Seele herum, wenn es dunkel und
trüb ist? Kann ich dann meinen Glauben bekräftigen, kann
ich Kraft schöpfen?
Wie der Psalmsänger hoffe ich auf Gott, die Lebendige,
hoffe darauf, dass sie mir Hoffnung und Zuversicht schenkt,
hoffe darauf, dass ich würdig leben kann. Und ich weiss ja,
wie privilegiert ich bin. Und doch will ich sie zulassen, die
Angst, will ihr begegnen mit meinen Gefühlen und Gedanken.
Denn nur so kann ich Zuversicht erfahren, denn Gott,
die Lebendige, ist da in der Angst und schenkt mir Kraft,
Zuversicht und Hoffnung, einfach so.
Und so bitte ich Gott um Zuversicht und Hoffnung für alle
Menschen.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

21. Dezember

Mein Leib und Seele freuen sich an dem lebendigen
Gott.
Psalm 84.3

In ein paar Tagen feiern wir Weihnachten. Ich liebe diese Tage,
liebe das fröhliche und auch besinnliche Zusammensein
mit Menschen, liebe die Gemeinschaft, die sich freut, dass
Jesus zur Welt gekommen ist. Der lebendige Gott kommt
zu uns, den Menschen. Und lebt unter den Menschen. Es
ist die Lebendigkeit, die mich freudig stimmt. Der lebendige
Gott kommt zu uns, ist mit uns auf unserem Lebensweg.
Das zu Ende gehende Jahr war für mich auch geprägt von
Ungerechtigkeit, Krieg, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung. Ist
Gott auch da anwesend, wo Menschen so leiden? Ich denke
schon, weil es eben ein lebendiger Gott ist.
An dieser Stelle kommt mir die Übersetzung der heutigen
Losung in der Zürcher Bibel in den Sinn. Da heisst es, dass die
Menschen den lebendigen Gott suchen. Dieses Suchen, das
freudige Suchen, das verzweifelte Suchen, das ohnmächtige
Suchen, all dies gehört zum Leben, zu meinem Leben, zu
unserem Leben, zum Leben der Menschen. Und so kann ich
zum lebendigen Gott beten, dass die Kriege aufhören, dass
die weihnachtliche Friedensbotschaft gehört und gelebt
wird, dass eine bessere Zeit anbricht für die Menschen, die
unter Krieg und Ungerechtigkeit leiden.

Gott des Lebens, komm zu den Menschen, die dich brauchen;
segne und behüte sie und uns alle.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

21. November

Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint,
der hoffe auf den Namen des HERRN!
Jesaja 50,10

Die Zürcher Bibel übersetzt den Vers so: «der stütze sich auf
Gott». Finsternis hat etwas Bedrohliches. Als Pfadimädchen
hatte ich den Auftrag, in der finsteren Nacht am Rheinfall
Wache zu stehen. Wie dankbar war ich für ein Mäuerchen,
das mir Halt verlieh, eine Stütze. Und wie froh war ich, auch
ein wenig stolz, dass ich nach zwei Stunden wohlbehalten ins
Bett sinken konnte. Auf das Mäuerchen war Verlass, es war
eine Stütze in der Finsternis.
Ich hoffe, dass Gott in der Angst bei mir ist. Das dritte
Gottesknechtlied spricht von den Schmähungen, die der
Diener Gottes erleiden muss. Doch er vertraut auf Gott und
ist zuversichtlich. Wenn ich heute die Zeitung aufschlage
oder Nachrichten höre, dann denke ich, unsere Welt ist
eine einzige Finsternis. Wir sind privilegiert hier, wo wir so
leben können, wie wir möchten. Was ist zu tun, damit all die
Millionen Menschen, die leiden, Licht erfahren? Ich bin keine
Prophetin. Aber ich kann beten, dass der Gott des Lebens
eine Stütze ist für die leidenden Menschen. Ich kann beten,
dass die Lebendige Licht bringt in diese Finsternis.
Schenke du Licht und sei den leidenden Menschen eine Stütze.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

20. November

Der HERR ist gnädig, barmherzig, geduldig und von
grosser Güte, und es reut ihn bald die Strafe.
Joel 2,13

Es ist ein wunderbarer Sommertag, der See ist glatt und
glänzt mit seiner grünen Farbe. Herz, was willst du mehr?
Und doch bin ich etwas melancholisch, wie immer, wenn das
Losungsbüchlein langsam, aber sicher das Ende des Jahres
ankündigt. In dieser Stimmung lese ich den heutigen Text
und den dazugehörigen Kontext. Der Prophet spricht von
einer grossen Plage, die alles zerstört. In dieser Zerstörung
ruft er das Volk auf, zu Gott zurückzukehren mit ganzem
Herzen. Sie sollen ihre Kleider zerreissen, nicht die Herzen.
Umkehr zu Gott, der Lebendigen, ist das Thema. In meinen
Augen braucht es keine Katastrophe, um über meine Beziehung
zu Gott nachzudenken. Das verstehe ich unter Umkehr.
Vielmehr tut es gut, in aller Ruhe zu der Lebendigen eine
Beziehung aufzubauen, um daraus Kraft zu schöpfen. Die
Möglichkeit, mit Gott verbunden zu sein, ist die Gnade, die
uns begleitet, ist die Barmherzigkeit und die Güte. Darauf
vertrauen, dass Gott mich stärkt, ohne Wenn und Aber. Es
ist die Lebendigkeit der Beziehung zu Gott, die das Vertrauen
und die Zuversicht ausmacht. Denn «Gott reut die Strafe».
Gerade heute, wenn mir etwas mulmig zumute ist, bin ich
dankbar für das Mit-mir-Sein der Lebendigen. Das Jahr geht
zu Ende, der Weg geht weiter.
Danke für deine Gegenwart.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

22. Oktober

Jesus spricht: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Apostelgeschichte 1,8

Wenn der Kanon mit dem Wortlaut des heutigen Textes vielstimmig erklingt, dann schlägt mein Herz höher. Das Singen tut gut und öffnet die Seele. Der Anfang der Apostelgeschichte legt den Grundstein für die Kirche und ihre Mission. Zeug:innen sein heisst für mich, daran zu glauben, dass Jesus lebt. Und weil wir daran glauben, bezeugen wir, dass wir für das Leben aller Menschen und für die Schöpfung einstehen. Zuerst traten die Apostel in Jerusalem auf, dann wirkten sie in Samarien und erreichten Menschen, die nicht jüdischen Glaubens waren, bis an das Ende der Welt. Die weltweite Kirche soll diesen Glauben leben und ihn mit den Menschen teilen. Da ist niemand ausgeschlossen, da sind alle eingeschlossen. Wir wissen es, dieses Eingeschlossensein hat durch die Missionsbewegung auch Menschen in ihrer Kultur vereinnahmt. Ich hoffe, dass dies vorbei ist. Denn das Befreiende des Glaubens an das Leben stärkt uns für das gemeinsame Teilen, für das Voneinander-Lernen, für den Einsatz für die Würde aller Menschen. Und noch etwas: Jesus spricht von der Kraft des guten Geistes. Genau diese wollen wir miteinander einsetzen für das Leben.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

21. Oktober

Das Volk, das ich mir bereitet habe,
soll meinen Ruhm verkündigen.
Jesaja 43,21

Der Prophet erinnert an den Auszug aus Ägypten, damals. Aber jetzt ist jetzt: Es geht um den Auszug aus dem babylonischen Exil. Und da, das ist die Botschaft, schafft Gott, die Lebendige, Neues: «Seht, ich schaffe Neues, schon spriesst es, erkennt ihr es nicht? Ja, durch die Wüste lege ich einen Weg und Flüsse durch die Einöde.» (Jesaja 43,19) Neues erkennen, sich auf den Weg begeben, Altes hinter sich lassen und aufbrechen: Dazu lädt der Prophet ein – auch uns! So, wie die Menschen damals sehr wahrscheinlich nicht genau gewusst haben, wie das Neue aussieht, worin es besteht, so wissen auch wir es nicht genau. Aber, und das ermutigt doch, wir können uns auf den Weg machen. Auf den Weg mit der Lebendigen, denn sie weiss, wie der Weg aussieht und worin das Neue besteht. Vertrauen bedeutet immer auch, zu gehen, aufzubrechen.
Und, so denke ich, gerade damit rühmen wir Gott, die Lebendige. Wir lassen uns auf sie ein und machen uns auf. Und erzählen sollen wir davon, unser Vertrauen teilen, unsere Hoffnung leben. Wir sind mit anderen Menschen rund um die eine bewohnte Erde unterwegs. Das zu wissen, stärkt und lässt uns eintauchen in die Welt der Menschen, denen es nicht so gut geht. Und Neues wagen, unterwegs sein mit Gottes Hilfe und dem Vertrauen auf Heilung.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

Mittelteil September / Oktober

Boldern gibt Jugendlichen eine Chance

Boldern ist ein einmaliger Ort, der Menschen begeistert,
wo Menschen sich begegnen, sich mit gesellschaftspolitischen,
theologischen, ökologischen und kulturellen Themen
auseinandersetzen und sich herausfordern lassen. Eine ungezwungene,
herzliche Gastfreundschaft im Hotel Boldern trägt zum Wohlbefinden der Gäste bei.
Wir freuen uns, dass nach den Sommerferien 2024 ein neues Kapitel in der Geschichte Bolderns konkret wird. Wie vormals der Trägerverein Boldern verfolgt die Stiftung Boldern auch die Planung und Realisierung sozialer Projekte.
Zusammen mit dem Hotel Boldern prüfte der Stiftungsrat die Idee für ein Arbeitsintegrationsprojekt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus drei Stiftungsrät:innen, der Geschäftsleiterin der Stiftung, dem Verwaltungsratspräsidenten des Hotels sowie den beiden Hoteldirektorinnen, arbeitete ein Konzept aus. Gemäss Stiftungszweck der Stiftung Boldern und der
Strategie des Hotels Boldern sollen Menschen mit besonderem Förderbedarf Möglichkeiten erhalten, zu lernen, sich weiterzuentwickeln und sich so im ersten Arbeitsmarkt im Bereich Gastronomie und Hotellerie zu integrieren.
Schon bald wurde der Arbeitsgruppe klar, dass das Hotel und die Stiftung Boldern die Zusammenarbeit mit einer Institution suchen müssen, die die agogische Begleitung der Lernenden und die Beziehung zur Invalidenversicherung (IV) und anderen zuweisenden Organisationen übernehmen würde. Es lag deshalb nahe, das Kompetenzzentrum Appisberg (siehe Kasten) ins Boot zu holen, das sich ja bereits um den Liegenschaftenunterhalt und die Pflege des Naturparks Boldern kümmert.
Das Kompetenzzentrum Appisberg begleitet vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Weg ins Berufsleben im ersten Arbeitsmarkt. Die Teilnehmenden absolvieren eine Ausbildung zum Erlangen eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses EFZ oder eines eidgenössischen Berufsattests EBA. Die Lernenden besuchen die Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse in regulären Klassen.
Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen (psychische Beeinträchtigungen und Lernbeeinträchtigungen wie Persönlichkeitsstörungen, Autismus-Spektrum-Störungen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Depressionen, Traumata usw.) haben die Lernenden Anspruch auf Unterstützung durch die IV. Nichtsdestotrotz wird den Teilnehmenden nach entsprechenden Abklärungen zugetraut, dass sie mit zusätzlicher Unterstützung den Sprung ins Arbeitsleben schaffen.
Erfreulicherweise war das Interesse des Appisberg an einer Zusammenarbeit gross, sodass wir bald gemeinsam ein Detailkonzept erarbeiten konnten. Zu Beginn werden im Hotel Boldern zwei Lehrstellen für Menschen mit einer Beeinträchtigung geschaffen, eine im Bereich Küche und eine im Bereich Hauswirtschaft. Das Hotel Boldern wird somit ein Partnerbetrieb des Appisberg und kann von dessen reichhaltiger Erfahrung und Kompetenz profitieren.
Am 28. November 2023 stimmte der Stiftungsrat dem Arbeitsintegrationsprojekt im Hotel Boldern zu. Nun stehen wir bereits in der Umsetzung des Projekts. Eine der beiden Lehren hat nach den Sommerferien 2024 begonnen.


APPISBERG ist ein Kompetenzzentrum für berufliche Integration, das Abklärungen und Ausbildungen für Menschen mit besonderem Förderbedarf anbietet. Zum Angebot gehören auch sozialpädagogisch geführte Wohngruppen.
Der Sitz des Kompetenzzentrums ist – wie Boldern – in Männedorf. www.appisberg.ch

Von: Madeleine Strub-Jaccoud und Dominique Meier

21. September

Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut. Sprüche 15,13

Wenn ich am Hauptbahnhof in Zürich oder an einem anderen Bahnhof stehe, schaue ich gerne den Menschen zu. Dann habe ich oft den Eindruck, nur bekümmerte Gesichter zu sehen. Automatisch frage ich mich dann, ob ich auch ein bekümmertes Gesicht mache. Wie viel schöner ist es doch, mit einem fröhlichen Gesicht Kraft auszustrahlen. Oder liege ich falsch? Denn ich muss sofort aufpassen, nicht zu werten. Ich kann ja nicht in die Herzen der Menschen schauen. Das ist gut so. Und so weiss ich auch nicht, ob es stimmt, dass der Mut entfällt, wenn das Herz bekümmert ist. Es könnte ja auch sein, dass genau dann der Mut zum Widerstand wächst. Ich denke, dass all die verschiedenen Befindlichkeiten und ihre Ausdrucksformen aufgehoben sind bei Gott, der Lebendigen. Sie wertet nicht, sie ist einfach da. Und sie schenkt Kraft für das Leben, denn darum geht es doch, dass Leben als Ganzheit gemeint ist. An mir ist es, in die Gesichter der Menschen zu schauen und sie wahrzunehmen als ganze Menschen, je mit ihrer besonderen Würde. Und diese Würde muss geschützt werden, hier bei uns und dort, wo sie besonders beschädigt wird. Das braucht Mut, darum bitte ich.
Schenke uns die Kraft, hinzuschauen und für die Menschen, die uns brauchen, einzustehen.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud