Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem
lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen,
dass ich Gottes Angesicht schaue? Psalm 42,3
Die Bibel erzählt in vielen literarischen Formen von der Sehnsucht des Menschen nach Gott, der Sehnsucht nach einem möglichen Quellgrund, Ursprung, Fundament seines Daseins. Mich erinnert die heutige Losung an einen Vers aus dem Psalm 84: «Selig sind die Menschen, die Pilgerwege in ihren Herzen haben. Ziehen sie auch durch das Tal der Dürre und des Todes, machen sie es zu einem Quellgrund, ja, mit Segen bedeckt es der Frühregen.» Sehnst du dich auch nach Gott, Lars? Dürstet deine Seele nach Gott?
Ja. Sehr. Manchmal wäre ich mir seiner Nähe gerne bewusster. Und manchmal denke ich: Vielleicht könnte ich das gar nicht ertragen, wenn sie mir noch näher käme. Wenn ich die Geschichten aus der Bibel lese, die eine Gottesbegegnung schildern, dann sind die immer überwältigend. Da werden Menschen aus ihrer Komfortzone katapultiert. Weiss nicht, ob ich das (er)tragen könnte. Ich vertraue darauf, dass Gott sich mir so nähert, wie es zu mir passt. Du merkst: Ich schwanke zwischen Durst und den üblichen Bedenken.
Mir gefällt das Bild vom Quellgrund. Das klingt behutsamer. Und den Weg zu meiner Quelle kenne ich. Sie sprudelt.
Und ich kann die Antwort auf die Frage des Betenden getrost Gott überlassen.
Von: Chatrina Gaudenz / Lars Syring