Sie litten keinen Durst, als der HERR sie leitete in der Wüste. Er liess ihnen Wasser aus dem Felsen fliessen. Jesaja 48,21

Gott hatte wohl einen Lauf! Erst liess sie die Leute laufen, dann
das Wasser und überall, wo sie hinkamen und nicht weiterwussten,
hatte sie, Gott, eine Lösung parat. Ziemlich pragmatisch:
Da stehen sie versammelt mitten in der Wüste, vielleicht
im Schatten eines Felsens versteckt, und dann haut sie eine
Spalte in den Stein und das Wasser fliesst. Respekt, Gott!
Vielleicht wurde in all den mündlichen Übertragungen
durch die Zeiten hindurch auch ein wenig übertrieben.
Damit alle Menschen dieses Wunder besser verstehen. Und
doch bleibt es ja wunderbar, wenn Menschen den Marsch
durch die Wüste überleben. Zu viele, wie wir wissen, sterben
gerade auf dem Weg in ein gelobtes Land. Und weder
Gott noch eine ausgestreckte Hand kommt ihnen entgegen.
Und mir wird bewusst, wie gross dieses Wunder den Menschen
damals erscheinen musste. Da darf man schon mal
übertreiben.
Und ich denke an die Menschen, die heute über das Mittelmeer
flüchten und dass für sie ein starker Südwind ein ähnliches
Wunder sein könnte. Oder wie gut es doch wäre, wenn
wir aus dem gelobten Land ihnen entgegenkämen und sie
aus den Fluten retteten. Dann würden in Jahrzehnten
vermutlich grosse Bücher geschrieben werden.
Bestimmt auch über Gott, die gnädig ist.

Von: Jan Simowitsch