Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie
das Leben haben und volle Genüge. Johannes 10,10

Gleich zwei «Ich bin»-Worte umrahmen die Losung im Gleichnis vom guten Hirten: «Ich bin die Tür» und «Ich bin der gute Hirte». Es geht um Jesus als den vom Vater Gesandten zur Offenbarung seiner Herrlichkeit. Wer diese Herrlichkeit erfasst, hat das Leben und volle Genüge, wie Martin Luther übersetzt. Im griechischen Urtext steht das Wort Leben und es im Überfluss haben, wörtlich: «ringsum über sich hinaus»: also Leben randvoll, nicht überbordend, nicht besinnungslos satt, aber gesättigt, zufrieden und mehr als das. Die Hochzeit zu Kana am Anfang des Evangeliums illustriert diese Fülle, die den Glaubenden zuteilwerden kann, schon im Hier und Jetzt.
Der Verfasser des Johannesevangeliums grenzt Jesus ab gegenüber weltlichen Machthabern, von «Dieben» (Vers 10a), die sich im Schafstall bedienen.
Passion deutet sich an. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe (Vers 11), damit die Seinen selig werden (Vers 9) und das ewige Leben (Vers 28) haben.
Sein Kreuzweg kreuzt unsere Wege –
hebt unsere Beschwernis auf.
Leben im Glauben –
kein Leben in Saus und Braus, aber in Fülle …

Von: Johanna Zeuner