Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet
den Erdkreis und was darinnen ist. Nord und Süd
hast du geschaffen. Psalm 89,12–13

Eine Sehnsucht spricht aus diesen Worten. Himmel und Erde, Nord und Süd, alles scheint so weit entfernt. Aber all das wurde als Erdkreis gegründet, mit allem, was darinnen ist. Wie ein Kokon mit klar definierten Grenzen. Von Gott hervorgebracht, dein sind Himmel und Erde, du hast sie geschaffen. Nichts ist der Leere, der Ungewissheit, dem Zufall ausgesetzt. Nicht nur Sehnsucht spricht aus diesem Vers, sondern auch Zuversicht, denn es sind ein Wille und eine Absicht erkennbar.
Wir können in unserem Leben nur einen Bruchteil dieses Erdenkreises und was darinnen ist erfassen. Deshalb bleibt die Sehnsucht als eine besondere Art der Verbindung zu Gott. So wie Gott bleiben auch andere Menschen unverfügbar und die Verbindung zu ihnen bleibt von Sehnsucht durchsetzt. Einen anderen Menschen kann ich niemals besitzen, auch ein mir nahestehender Mensch bleibt ein Stück weit unverfügbar. Zwischen zwei Menschen, die in denselben Erdkreis gestellt wurden, bleibt eine unüberwindbare Entfernung bestehen. Es bleibt eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach Geist und nach Leben, und diese zieht Menschen gegenseitig an. Diese Sehnsucht sagt mehr über uns aus als das, was wir zeigen wollen, was wir erreicht haben und worauf wir stolz sind.

Von: Monika Britt