Ach, HERR, lass doch deine Ohren aufmerken, dass du das Gebet hörst, das ich jetzt vor dir bete Tag und Nacht für deine Knechte. Nehemia 1,6

Nehemia richtete ein Klagegebet an Gott. Die Tore Jerusalems waren niedergerissen und durch Feuer verbrannt und zerstört. Nehemia betete Tag und Nacht für seine Brüder und Schwestern. Für das Volk Gottes. Während der tagelangen Trauer fastete Nehemia und bat Gott um die Treue und um den Bund, den Gott mit dem Volk geschlossen hatte. Nehemia war sich bewusst, dass das Volk gesündigt hatte, und daher verstand er auch die Zerstörung und Zerstreuung. Dennoch bat er Gott, sein Gebet zu erhören. Nehemia betete ohne Unterlass, und die Gebete wurden später auch erhört. Die Mauern Jerusalems wurden wieder aufgebaut – unter der Bauleitung Nehemias – und die Heilige Stadt wurde wiederhergestellt.
Es gibt Momente, da fühlen wir uns gleich wie Nehemia. Wir beten Tag und Nacht für andere und Gott erhört die Gebete nicht. Wir schreien in die Nacht. Es ist das Gefühl, von Gott verlassen zu sein. «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich rufe bei Tag, ich rufe bei Nacht. Ich finde doch keine Ruhe.» (Psalm 22,1–3)
Doch immer wieder dürfen wir darauf vertrauen: Gott hört uns, Gott überrascht uns, manchmal nicht so, wie wir es uns vorstellen können. Aber die Veränderungen kommen.

Von: Simon Sigrist-Hellingman