Jesus nahm den Kelch und dankte, gab ihnen
den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Matthäus 26,27–28
Um die Abendmahlsworte hat es nicht nur theologische Auseinandersetzungen gegeben, sondern totale Zwietracht. Die Ökumene leidet an der selbstgemachten Unmöglichkeit eines gemeinsamen Abendmahls. Die Eucharistiefeiern in der Versöhnungskirche in Taizé sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Dabei hatte Jesus einen Plan, schlicht und ergreifend:
Alle seine Jünger trinken aus einem Kelch.
Alle Nachfolgerinnen machen es weiter so.
Alle, auch Petrus, der nicht hielt, was er versprach.
Alle, auch Judas, der aus Enttäuschung zu weit ging.
Alle, die im selben Boot sitzen, aber nur schon wegen schlechten Wetters kleingläubig werden (Matthäus 8,26).
Alle, also auch jene, die sich theologisch noch lange nicht einig sind, denen Differenzen noch zu wichtig sind.
Alle, auch gegenwärtige Petrusse, die gross reden und hernach viel Liebe brauchen (Johannes 21,15–17).
Alle, auch gegenwärtige Judasse, die versagen für Geld, die Schuld auf sich laden und Vergebung nötig haben.
Mancherorts gehen einfach alle hin, ohne erst offiziell zu fragen; quasi subversiv, aber ganz in Jesu Sinn.
Wie wäre es heute Abend, morgen Nachmittag und überübermorgen früh?
Von: Dörte Gebhard