Unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen:
Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch
am Trost teil.
2. Korinther 1,7

Wir alle leiden und brauchen Trost, wir haben aber auch teil am Leiden von Christus und an seinem Trost. Wenn ich meine eigene Verletzlichkeit und meine Trostbedürftigkeit annehme, werde ich offen für die Verletzlichkeit und Trostbedürftigkeit anderer. Ich habe teil an ihrem Leiden.
Sehe ich meinen Nächsten leiden, drängt sich mir eine Verantwortung für ihn auf. Ich antworte auf sein Leiden, und das macht mich zum Menschen. So schildert es Emmanuel Lévinas in seiner Schrift «Totalität und Unendlichkeit».
Paulus hat Hoffnung für die Menschen der Gemeinde in Korinth, weil er weiss, dass diese Menschen teilhaben am Leid, das sich in Jesus Christus gezeigt hat. Er weiss, dass wer an diesem Leid Anteil hat, sich auf das Leiden anderer einlassen kann und so in der Lage ist, dem Leid nicht auszuweichen, sondern standzuhalten und da zu sein. Paulus selbst hat gelitten und zeigt sich trostbedürftig. So zeigt er, dass wir Leid zulassen dürfen. Aufmerksam sein für die Not, die um uns geschieht, und hören, was meinen Nächsten bewegt, ermöglicht Raum für Klage. Ist dieser Raum gegeben, kann sich Trost einstellen, der aufrichtet und neuen Lebensmut schenkt. Der Glaube bestärkt uns darin, klagen und traurig sein nicht mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gleichzusetzen, und er bewahrt uns vor billigem Beschwichtigen oder Vertrösten.

Von: Monika Britt