Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden
Gottes Kinder heissen. Matthäus 5,9
Was für eine grossartige Zusage an Friedensstiftende! Und
wie nötig sind sie! An verschiedensten Orten der leidenden
Welt ist beim Schreiben dieses Textes alles andere als Frieden
in Sicht; im Nahen Osten, in der Ukraine, im Südsudan, in
den politisch zweigeteilten USA, für die Frauen in Afghanistan
oder im Iran. Die Liste ist lang.
Auf welche Friedensstiftenden setzen wir Hoffnung? Auf
die mächtigen Selbstinszenierer? – Kaum, sie sind gefangen
in ihrem Herrschaftswahn und ihrem Narzissmus. Auf die
Kirchen? – Sie sind zu marginal geworden. Auf die Demokratie?
– Auch sie ist mehrfach gefährdet! Oder hilft der Glaube?
Wir werden auf viele mutige Menschen zählen müssen, die
bereit sind, Frieden zu schaffen, wo sie können, Gesprächskultur
zu pflegen, zu geben und nicht nur zu nehmen. Das
beginnt auch bei uns selbst. Zum Schluss lasse ich für das
neue Jahr eines meiner Lieblingslieder aus dem Kirchengesangbuch
sprechen:
Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern
Wegen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit
deinem Segen.
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott, sei mit uns vor allem
Bösen. Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns
zu erlösen. Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns,
uns zu erlösen.
Von: Bernhard Egg