Euch allen sage ich: Haltet in derselben Gesinnung zusammen
und habt Mitgefühl füreinander! Liebt euch gegenseitig als Brüder und Schwestern! Seid gütig und zuvorkommend zueinander! 1.Petrus 3,8

Psychologen, Hirn- und Trendforscher sagen uns: Der Zusammenhalt
schrumpft, die Beziehungsnetze werden löchriger, Einsamkeit
breitet sich aus, weil sie «ansteckend» (Manfred Spitzer) ist.
Eine Ärztin nennt sie «unerkannten Killer». Roger Staub, ehemaliger
Geschäftsleiter der Stiftung Pro Mente Sana, mahnt in einem Interview:
«Wer unter Einsamkeit leidet, hat eine um zehn bis zwanzig Jahre tiefere
Lebenserwartung. Einsam zu sein, ist so schlecht für die Gesundheit wie
Alkohol, Rauchen und Übergewicht kombiniert.»
Kirchgemeinden kommen als gesundheitsförderlich in den
Blick, obwohl es dort wie überall stark menschelt: wenn
beim Kirchenkaffee nicht jede mit allen kann, wenn alle alles
besser wissen, aber niemand die Verantwortung und in die
Kirchenpflege will.
Auch unvollkommenes soziales Miteinander ist förderlicher
als selbstgewählte Isolation. Die von vielen angestrebte
Selbstbestimmung im Leben und im Sterben ist total überbewertet.
Lasst heute einander den Vortritt, sogar an der Kasse. Verschenkt
eine ganze Packung Taschentücher. Hört einander zu, auch wenn
ihr die Geschichte schon kennt. Fangt klein an und macht morgen
so weiter.

Von: Dörte Gebhard