Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht;
was können mir Menschen tun? Psalm 118,6
Aus diesem Vers spricht grosses Vertrauen, aber auch bittere
Enttäuschung. Zum Zusammenleben mit anderen Menschen
gehören Konflikte. Als Individuen sind wir meistens
überzeugt von unserer Meinung, betrachten unser persönliches
Anliegen als überaus wichtig und setzen unsere eigenen
Verletzungen und Entbehrungen in den Vordergrund. So
sind wir oft blind für die Anliegen und Verletzungen unserer
Mitmenschen. Gegenseitige Verletzungen sind die Folge.
Der/die in die Enge Getriebene hat durch das Schreien zu
Gott den weiten Raum erfahren (Vers 5). Also Erleichterung
und die Erkenntnis, dass Gott verlässlich ist. Ist Gott bei
mir, muss ich keine Angst haben vor den Reaktionen meiner
Mitmenschen. Sie treffen mich nicht. Selbstbezogenheit
und wechselhafte Launen lassen Konflikte entstehen und
vergehen. Wir wissen nie so recht, wann, wo und warum es
zu Streit kommt. Wir können uns also auch nicht zu 100 Prozent
auf einen Menschen verlassen.
Im stillen Gebet kommen wir in Kontakt mit unserem
inneren Kern und finden so heraus, was wir wirklich brauchen.
Das Zwiegespräch mit Gott hilft uns, Antworten zu
finden. Wenn ich mit dem Kern meiner selbst verbunden
bin, bin ich auch mit Gott verbunden. Dann kann mich kein
Mensch enttäuschen, sondern ich werde aus der Enge in die
Weite geführt. So werde ich offen für die Anliegen anderer.
Von: Monika Britt