Der HERR spricht: Frieden mache ich zu deiner Wache und Gerechtigkeit zu deiner Obrigkeit. Jesaja 60,17

Was für eine Aussicht: Frieden als Wache, also nicht nur als Abwesenheit von Krieg, sondern als aktive Kraft, die Sicherheit schafft; Gerechtigkeit als Obrigkeit, die aller Unterdrückung und Ungleichheit ein Ende macht.
Während ich diese Zeilen schreibe, tobt in der Ukraine seit vier Jahren ein mörderischer Krieg. Die letzten in Gaza noch lebenden Geiseln sind zwar frei, aber der Waffenstillstand ist sehr fragil. Frieden? Gerechtigkeit? Ein schöner Traum.
Während ein namenloser Prophet in nachexilischer Zeit seinen Traum von Frieden und Gerechtigkeit in Worte fasst, sprechen alle äusseren Umstände dagegen. Mit grossen Hoffnungen sind sie nach Jahrzehnten des Exils nach Hause gekommen. Blühende Landschaften hatten ihnen einige Propheten im Exil versprochen, aber die Gegenwart war trist und grau. Frieden? Gerechtigkeit? Ein schöner Traum.
Als Martin Luther King 1963 seinen Traum träumte, dass seine vier kleinen Kinder eines Tages nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt würden, war die Wirklichkeit meilenweit davon entfernt. Er hat die Erfüllung seines Traums nicht mehr erlebt. Aber fünfzig Jahre nach seiner Rede war ein Bürger mit afrikanischen Wurzeln Präsident der Vereinigten Staaten.
Gottes Verheissungen erfüllen sich oft anders als gedacht; aber sie gehen mit uns, sie verändern uns und unsere Wirklichkeit. Daran will ich mich halten und den Traum von Frieden und Gerechtigkeit weiter leben. Wenn Gott will, bleibt es kein Traum.

Von: Armin Schneider