Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade
zu meiner Reise gegeben. 1. Mose 24,56
Rebekka steht vor einer grossen Entscheidung. Aus dem Nichts taucht plötzlich Abrahams ältester Diener bei ihrer Familie auf. Er sucht eine Frau für Isaak, Abrahams und Saras Sohn. Und er findet Rebekka. Er ist sich sicher: Gott hat sie auserwählt. Er will mit ihr in die Heimat aufbrechen: «Haltet mich nicht auf», sagt er. «Gott hat Gnade zu meiner Reise gegeben.» Doch so einfach ist das nicht. Ihre Brüder überlassen Rebekka selbst die Entscheidung, ob sie mit dem Fremden mitgehen will. Keine leichte Entscheidung, stelle ich mir vor. Ihre Antwort ist kurz und knapp: «Ich gehe!»
Nachdem ihre Brüder die Heiratsverhandlungen für sie geführt haben, fragen sie Rebekka, was sie will. Damit wird deutlich, dass die Art der Beziehungen innerhalb einer Familie Einfluss darauf hat, welche Erfahrungen eine Frau macht und wie sie ihren Status als Frau erlebt. Das Gesetz und die Sitten gaben zwar dem Vater oder den Brüdern das Recht, ihre Töchter bewiehungsweise Schwestern zu verheiraten. Wenn in der Praxis nun aber das Bedürfnis Rebekkas berücksichtigt wird, verstehe ich, dass sie nicht lange zögert. Sie ist klar und deutlich: «Ja, ich will.»
Von: Lars Syring und Chatrina Gaudenz