Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so
wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
Psalm 66,5
Fragt man eine KI, etwa ChatGPT, was Wunder eigentlich
sind, erfährt man vor allem, wie schwer es Wunder haben.
Wunder seien erstens sehr selten. Die Wunder selbst finden:
Wir sind viele, mehr als genug, aber wir werden leicht
übersehen, wir gehen unter vor Aufregung, in der alltäglichen
Hektik, vor lauter billigen Angeboten.
Wunder müssten zweitens unerklärlich sein. Aber die Leute,
die ein Wunder erleben, stecken dann sofort ihre ganze Energie
in mögliche Erklärungen, auch in die widersprüchlichsten,
unsinnigen, gänzlich absurden. Die Wunder wundern sich gar
nicht, dass dann keine Zeit mehr bleibt zum Staunen, zum
Freuen, für Ergriffenheit und Begeisterung.
Wunder hätten drittens immer etwas Übernatürliches. Die
Wunder selbst aber zählen die Naturgesetze zu ihresgleichen.
Wie sonst ist die wunderbare Ordnung zu denken,
die verlässlich und beständig Leben ermöglicht und erhält?
Wunder kämen viertens immer unerwartet. Wunder
jedoch stören sich nicht daran, wenn jemand nach ihnen
Ausschau hält, im Gegenteil! Vorfreude und Überraschung
vertragen sich bestens.
Fragt man nicht länger ChatGPT, sondern bei den Betenden
nach, erfährt man, was sich die Wunder wünschen: dass
einer sagt und singt: Kommt her und seht …, schaut hin und
wundert euch über Gottes Werke wie ein Menschenkind.
Von: Dörte Gebhard