Autor: Bernhard Egg

17. August

Gehört ihr Christus an, so seid ihr Abrahams
Nachkommen und nach der Verheissung Erben.

Galater 3,29

Hin und wieder stellen wir uns vor, dass ein geheimnisvoller
Brief aus Übersee eintrifft, worin uns mitgeteilt wird,
ein Onkel oder eine Tante sei verstorben und habe uns ein
Erbe hinterlassen. Schmunzelnd verwerfen wir solche Phantastereien
wieder, sind zufrieden und wissen, dass es uns
auch ohne gut geht. Aber mindestens bei den eigenen Eltern
gehen wir schon davon aus, dass da mal ein gewisses Erbe
uns beglückt. In meinem Fall wird das nicht so sein. Das
Bankkonto, das meiner alleinstehenden Mutter noch geblieben
ist, vermindert sich durch jahrelangen Aufenthalt im
Pflegezentrum rasant. Selbstverständlich ist das Wichtigste,
dass sie gut aufgehoben und umsorgt ist. Aber ein leises
Hadern kommt schon mal in mir hoch. Ist das Ihnen, liebe
Leser:innen, auch schon so gegangen?
Jetzt lese ich aber nicht im Luftpostbrief aus Amerika, sondern
im Brief an die Galater. Er sagt mir zu, dass ich Erbe von
Christus bin. Das stellt die Zürcher Bibel klar, indem sie nicht
«nur» von Erben, sondern von «seinen» Erben spricht. Ja,
dieses Erbe liegt nicht auf einem Bankkonto oder in einem
Safe, besteht nicht in einem Haus oder Auto. Entscheidend
ist die Taufe auf Christus. Wir haben damit Christus «angezogen
», wie Paulus schreibt. Er umhüllt uns mit seiner Liebe
und macht uns frei vom Hoffen auf Erbteile und Reichtum.

Von: Bernhard Egg

Mittelteil Juli / August

Projekt Wohnüberbauung «tilia» – Spatenstich

Was vor über vier Jahren noch weit entfernte Zukunftsmusik
war, wird nach viel Planung und grossem Einsatz vieler Beteiligter
umgesetzt. Am 25. Mai 2024 fand der Spatenstich des
Wohnbauprojekts «tilia» auf Boldern statt. Der Stiftungsrat
setzte den ersten Stein, nun muss der Bagger ran. Innerhalb
der nächsten zwei Jahre entstehen auf der rund 15 000 Quadratmeter
grossen Landparzelle unterhalb des Seminarhotels
Boldern 60 Wohnungen. Das Projekt soll nicht nur mit See und
Bergsicht überzeugen, sondern auch mit den Begegnungszonen
in den beiden Wohngassen und der attraktiven
und naturnahen Umgebung. Bei den Wohnungen handelt
es sich grösstenteils um 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen,
es sind aber auch 4½- und 5½-Zimmer-Wohnungen geplant.
Der gemeinnützigen Stiftung Boldern war es im ganzen
Prozess der Planung wichtig, die Nachbarschaft mit einzubeziehen,
dies ist dem Stiftungsrat gelungen, denn es gab
keine Einsprachen. So kann der Bau plangemäss starten.
Der Erstbezug ist im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2026
geplant. Mit den Mietzinseinnahmen möchte die Stiftung
die Finanzen absichern und den Stiftungszweck erfüllen:
Die Stiftung fördert die Begegnung von Menschen, die sich
für eine solidarische Gesellschaft und nachhaltige Lebensräume
einsetzen. Sie initiiert die Auseinandersetzung mit
gesellschaftspolitischen, theologischen, ökologischen und kulturellen
Themen sowie weiteren Themenkreisen und kann
so zukunftsorientierte Projekte anstossen, insbesondere im
sozialen Bereich.


Das Wort «tilia» kommt aus dem Lateinischen und bedeutet
Linde. Die Linde ist seit jeher das Wahrzeichen von Boldern
und findet sich auch im Logo der Stiftung und des Hotels
Boldern. Der Baum repräsentiert die starken Wurzeln von Boldern
und spendet mit seinem Blätterdach Schutz, unter dem
sich Menschen begegnen, sich mit gesellschaftsrelevanten
Themen auseinandersetzen und ihre Hoffnungen teilen sollen.

Wohnbauprojekt «tilia» – Eingang.

Wohnbauprojekt «tilia» – Frontansicht.

Wohnbauprojekt «tilia» – Gasse.

Wohnbauprojekt «tilia» – Seitenansicht.

Von: Bernhard Egg und Urs Häfliger, Co-Präsidenten der Stiftung und
Dominique Meier, Geschäftsführerin der Stiftung