Jesus sprach: Diese Witwe hat von ihrer Armut
ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte. Markus 12,44
Datenschutz? Keine Spur! Setzt sich Jesus doch beim Kollektenkasten so hin, dass er genau sehen kann, wer wie viel gibt. Gegenwärtig wäre so etwas ausgeschlossen. Auch das Twinten per QR-Code ist selbstverständlich anonym. Schleicht jemand auffällig bei den Kirchentüren herum, hat unser Sigrist ein aufmerksames Auge auf diese Person.
Diskretion? Totale Fehlanzeige. Ruft doch Jesus sogleich seine Jünger und erzählt ihnen brühwarm, wer wie viel gegeben hat. Heutzutage bräche man damit das Seelsorgegeheimnis und müsste sich auf Konsequenzen gefasst machen. Geht es irgendjemanden etwas an, wie viel ich in die Kollekte lege?
Dass Menschen sehen, was vor Augen ist, Gott aber das Herz ansieht, hatte ich mir viel geheimnisvoller, ja geradezu mystisch vorgestellt. Aber Jesus schaut hier über die Geldbeutel der Leute direkt in die Herzen.
Weil es um die Witwe geht, bleiben die Reichen meist unerwähnt. Ihnen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt. Denn sie geben viel von ihrem Überfluss, steht bei Markus geschrieben. Ohne solch reiche Leute, die gern ziemlich viel geben, ginge es gar nicht in der Kirche.
Bis heute macht uns unser Portemonnaie durchsichtig bis in die Herzgegend. Dabei reicht es vollkommen aus, wenn uns selbst auffällt, ob wir viel oder – wie die Witwe – alles geben.
Von: Dörte Gebhard