Redet einander zu und richtet euch gegenseitig auf, wie ihr es ja tut. 1. Thessalonicher 5,11

Am Schluss des 1. Thessalonicherbriefs beschreibt Paulus handfest, wie das Zusammenleben in Gemeinschaft funktionieren kann. Zentral ist die Hoffnung. Hoffnung, dass es anders kommen wird. Dass es schon jetzt anders geht, als sich aus Enttäuschung mit Drogen zuzudröhnen, in der Konkurrenz aller gegen alle Hass zu kultivieren oder Böses mit Bösem zu vergelten.
Gutes Zusammenleben ist für Paulus Sorgearbeit füreinander, heitere Solidarität. Verbunden mit der Stützung der Schwachen und der Ermutigung der Verzagten, mit dem Ringen um Frieden im Kleinen. Dazu kommt die kritische Prüfung der Verhältnisse: Wo gibt es Potenzial für Veränderung? Fundament ist Dankbarkeit – auch gegenüber Gott und seiner Sorge um das Leben.
Ich kenne Familien und Wohngemeinschaften, die einigermassen so funktionieren, Altersheime, Unternehmen, Quartiergemeinschaften, Vereine, die sich an solchen Visionen messen lassen. Kürzlich habe ich einen Mann erzählen gehört von seiner Gefängniszeit während der argentinischen Militärdiktatur. Im Kollektiv übten Menschen über Jahre Widerstand und Solidarität ein. Sie entwickelten eine faszinierende Kultur, sich gegenseitig immer wieder aufzurichten, um weder verrückt zu werden noch langsam zu sterben. Eine Kultur des gemeinsamen Lebens.

Von Matthias Hui